Das kulinarische Istrien – eine überraschende Entdeckung

Wir können es bestätigen: Aus dem Land des Cevapcici, kredenzt mit pappigem Reis und einem Wein aus sozialistischer Einheitsproduktion, ist ein Feinschmecker-Eldorado geworden. Trüffel, Wein, erstklassiges Essen, alles, was das Gourmet-Herz höher schlagen lässt, lockt auch uns auf die herzförmige Halbinsel Istrien ganz im Norden Kroatiens.

Rovinj ist der Hauptort Istriens

Nach langer Autofahrt erreichen wir Rovinj, das zweite Dubrovnik, wie es die Einheimischen nennen und meinen damit diese ins Meer hinausgehende Halbinsel mit dem alten Stadtzentrum, das über Jahrhunderte unverändert geblieben scheint.

Kleine Gassen voller Kaffeehäuser und Bars, das weiße Pflaster, das durch Abnutzung ganz speckig glänzt, die Basilika der Hl. Euphemia mit ihrem hohen Kampanile, die wachend über der Stadt thront. Wir erkunden die Stadt und wollen natürlich gleich am Abend eine Kostprobe der einheimischen Küche durchführen – so lassen wir uns in einem der unscheinbaren Restaurants in einem Seitengässchen unterhalb der Basilika nieder.

Hier zaubert uns ein junger Koch die interessantesten Kreationen auf den Teller. Wir sind beeindruckt und sprechen dem jungen Koch unsere Bewunderung aus; da wir kein kroatisch sprechen, versuchen wir es erst auf englisch, dann auf italienisch, was er perfekt mit kleinem venezianischen Akzent beherrscht.

Wir erfahren, dass fast jeder Istrier neben kroatisch auch italienisch spricht; in den Schulen werden beide Sprachen gelehrt. Dann weist er uns noch in die Geheimnisse seiner kulinarischen Genüsse ein: “Wir legen nicht nur besonderen Wert darauf, dass bei der Zubereitung der Speisen möglichst einheimische Produkte und Zutaten verwendet werden, sondern dass die Spitzenprodukte auch im Land bleiben. Wir wollen keinesfalls, dass man irgendwann einmal auf beispielsweise Zuchtfisch aus asiatischen Ländern zurückgreifen muss.”

So wird uns bewusst, dass die Istrier sich einen Teil ihrer Kultur, ihrer wahren Schätze und ihrer Ursprünglichkeit bewahren wollen. Einen Cocktail nehmen wir in der Bar Valentino ein, die für jeden Besucher der Stadt ein echtes Muss ist: auf Felsen sind einladend Kissen und Decken drapiert und man genießt einen Blick auf das durch versenkte Lampen von unten angestrahlte Meer – Zeit anhalten und den Moment genießen!

Traumhafte Natur und kulturelle Höhepunkte

Auch bei unserer Weiterreise wird uns klar, dass Istrien in jüngster Vergangenheit nicht nur einen enormen Aufschwung erfahren hat, sondern sich zur echten Naturschönheit mauserte. Denn hier gibt es alles, was das Urlauberherz begehrt: herrliche Strände, kulturelle Schätze und Sehenswürdigkeiten, verschlafene Bergdörfer wie Motovun und Groznjan sowie ein mildes, mediterranes Klima. Bilderbuchstädtchen wie Rovinj, Porec und Novigrad laden zum Shoppen in den romantischen Gassen ein; kein Ort ist weiter als 35 km von der Küste entfernt.

Istrien wird von 250 km Küste mit einsamen Felsbuchten, weißen Sand- und Kieselstränden und vor allem kristallklarem Wasser umgeben. Das Hinterland der Halbinsel erinnert ein wenig an die Toskana – hier gibt es Weinberge, die mittlerweile von jungen, sehr gut ausgebildeten Winzern bewirtschaftet werden. Unser Fazit: Diese Region muss sich sowohl in kulinarischer als auch in kultureller oder landschaftlicher Hinsicht sicher nicht vor dem Urlaubsmekka Italien verstecken!

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